Charlie Brooker: Der ultimative Mediensatiriker

20. Sep 2012

Nachdem er eine peppige TV Moderatorin geheiratet hat, ließ er seine bissigen Kommentare gegenüber die Welt der Medien etwas abkühlen, ist aber immer noch ein gestandener Name, wenn es um intelligenten Umgang mit der glitzernden Welt des Fernsehen geht.

Charlie Brooker fing als nerdiger, schüchterner Computerspiel Kritiker an und baute sich alsbald eine eigene Homepage (TVGoHome), auf der er fiktive Serienkonzepte auf satirische Weise zusammen schrieb.

Vom Computernerd zum TV Nerd

Letzten Endes und nach gefühlten 200 Jahren wurde Charlie vom Guardian entdeckt und für die Kolumne „Screen Burn“ engagiert, schrieb aber auch über andere Themen, unter Anderem Politik, weshalb er wegen eines völlig aus dem Kontext gerissenen Kommentars sogar als gefährlich für die Sicherheit der USA eingestuft und untersucht wurde.

Bevor Charlie seine großartige Serie „Screenwipe“ startete, schrieb er zusammen mit Chris Morris (Kopf hinter „Brass Eye“ und „The Day Today“, sowie Chef aus der ersten „IT Crowd“ Staffel). Die Serie „Nathan Barley“ ist aus heutiger Sicht die perfekte Darstellung der Hipster Kultur, war aber nicht der erwartete Erfolg, was nicht zuletzt daran lag, dass die Serie im ganzen Zynismus etwas an Humor verlor.

Screenwipe erklärt das Fernsehen

Der fand sich jedoch voll und ganz in „Screenwipe“ wieder. Zwischen den informativen Beiträgen zu TV Show Moderatoren, Casting Shows und dem wohl besten Beitrag aller Zeiten zu aspirierendem TV, gibt es immer wieder warmherzige Momente, in denen Brooker über die – zugegeben wenigen – guten Seiten des Fernsehens redet und so die Ansammlung an furchtbar deprimierenden Realitäten des vorwiegend britischen Programms erträglich macht. Das und natürlich die große Ansammlung an Masturbationswitzen.

Mit den Masturbationswitzen nahm er sich in „Newswipes“ etwas zurück, nicht zuletzt, weil die Themen in der Welt der Nachrichten auch etwas bitterer sind. Doch besonders das schier unmögliche Unterfangen, die Wirtschaftskrise 2008 zu erklären, sowie über die fehlgeleiteten Entscheidungen der Nachrichtenredaktionen bei Massenmorden zu berichten, gab der Serie wie auch schon „Screenwipe“ neben aller Unterhaltung eine höchst informative Seite, die mehr über das Fernsehbusiness beibringt als alles, was man vorher im TV gesehen haben dürfte.

Ach, und falls das noch nicht genug ist, einen Zombiefilm, der in einem Big Brother Haus spielt, hat er auch noch geschrieben und gedreht, ja, er mag etwas ruhiger geworden sein, etwas weniger wütend und etwas massenkomatibler, aber Charlie Brooker ist immer noch einer der ganz großen Comedians, die etwas mehr als nur Unterhaltung bieten.Similar Posts:

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