Kabarettist Georg Kreisler verstorben

25. Nov 2011

Der österreichische Kabarettist Georg Kreisler ist am Dienstag Morgen im Alter von 89 Jahren verstorben. Der Welt wird er vor allem als Meister des tiefschwarzen Humors in Erinnerung bleiben.

Denn Georg Kreisler war nicht nur Kabarettist, Autor und Chansonier, sondern mit Leib und Seele ein Satiriker, der mit selbst komponierten Liedern wie „Geh’n ma Tauberl vergiften im Park“ einen gewissen Hang zum Makaberen erkennen ließ, dabei jedoch nie die Grenzen des guten Geschmacks überschritt oder auch nur streifte. Er galt als scharfsinniger Beobachter, der seine Erkenntnisse mit einem unschlagbar bissigen Humor in Kabarett-Texten, Liedern und Gedichten zu einer wunderbaren großen Groteske aus maßloser Übertreibung zusammenführte.

Georg Kreisler: Ein bewegendes Leben

Georg Franz Kreisler wurde am 18. Juli 1922 als Sohn eines Rechtsanwalts im österreichischen Wien geboren. Mit Klavier- und Geigenunterricht sowie Unterweisungen in Musiktheorie wurde sein musikalisches Talent bereits früh gefördert, doch als 16-Jähriger musste er eine einschneidende Wende in seinem Leben verkraften, als der Spross einer jüdischen Familie gezwungen war, mit seinen Eltern in die USA zu emigrieren, um der wachsenden Bedrohung durch die von den Nationalsozialisten angeordneten Zwangsmaßnahmen zu entgehen.

In den USA lernte er seine erste Frau, die Tochter eines Kabarettisten, kennen und lieben. Bevor er sich im Filmgeschäft einarbeiten konnte, wie es viele europäischer Exilanten in Hollywood versuchten, nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an und wurde in der Folge eingezogen. Während seiner Stationierung in England arbeitete er nicht nur als Dolmetscher, sondern auch als Truppenunterhalter und zeigte so erneut sein Talent für die große Bühne. Nach dem Krieg gelang ihm schließlich tatsächlich ein kleiner Einstieg ins Filmgeschäft, wo er unter anderem musikalisch für Charlie Chaplin tätig war.

Mit seiner Rückkehr nach Europa im Jahre 1955 begann hier seine Karriere als satirischer Kabarettist und Chansonier, wobei die ersten Auftritte in seiner Heimatstadt Wien noch auf wenig Verständnis und Gegenliebe stießen. In der Folge gab er seine Chansons in München zum Besten, bis es ihn Mitte der 1970er Jahre nach Berlin, später nach Salzburg und Basel trieb. Sein schwarzer Humor und seine bitterbösen, aber hintergründigen Lieder und Texte wurden zu seinem Markenzeichen, und auch wenn er sich mit seiner kritischen Sicht auf die vergangene und moderne Gesellschaft bei Weitem nicht nur Freunde machte, durfte er sich stets der treuen Anhängerschaft seines Stammpublikums gewiss sein.

Der Meister der sprachlichen Groteske: Georg Kreisler

Mal bitterböse, mal anarchistisch waren nicht nur Kreislers Chansons, Gedichte, Theater- und Kabarettstücke, sondern auch seine Bücher. Und so gegensätzlich wie viele seiner Themen erschienen, waren auch beständig die Reaktionen auf sein Werk. Während er sich mit Kritik und Plagiatsvorwürfen auseinander setzen mussten, waren andere voll des Lobes und ehrten den Sprachkünstler mit Auszeichnungen vom Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien über den Bayrischen Kabarettpreis bis hin zu einem Stern auf dem Walk of Fame des Kabaretts in Mainz.

Georg Kreisler wurde geliebt und bewundert, gehasst und vertrieben. Und nun wird er betrauert, von seiner Familie, seinen Freunden, seinem Publikum – und sogar von einigen Derjenigen, die er zu seinen Lebenszeiten mit bösem Humor, aber immer mit Verstand zerriss.Similar Posts:

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