Loriot – Vicco von Bülow

25. Jan 2011

Loriot, der mit bürgerlichem Namen Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow heißt, ist wohl der vielseitigste und bekannteste deutsche Humorist. Seine Sketche und Zitate sind legendär, werden bis heute ausgestrahlt und im alltäglichen Sprachgebrauch benutzt.

Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, gehört zu den bedeutendsten deutschen Schauspielern, Komikern, Karikaturisten und Schriftstellern. Seine Werke, egal ob im Fernsehen oder auf Papier, sind in der kulturellen Welt Deutschlands einzigartig und bis heute bei vielen Menschen sehr beliebt.

Loriot – Seine Biografie

Loriot wurde als  Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren. Die Bülows sind ein altes mecklenburgisches Adelsgeschlecht. Viele der Familienmitglieder waren in Politik, Kirche, Militär oder im kulturellen Leben aktiv und machten sich dort auch einen Namen.

Doch wie ist Vicco von Bülow auf seinen Künstlernamen ‚Loriot‘ gekommen? Ganz einfach! ‚Loriot‘ kommt aus dem Französischen und bedeutet ‚Pirol‘, der das Wappentier der Familie von Bülow ist.

Da sich die Eltern schon früh scheiden ließen, wuchs Loriot ab 1927 mit seinem Bruder in Berlin bei seiner Großmutter und seinerUrgroßmutter auf. Fünf Jahre später zogen die beiden Kinder wieder zurück zu ihrem Vater.

1938 zog die Familie nach Stuttgart, wo Loriot 1946 sein Abitur ablegte. Jedoch gab es eine kleine Unterbrechung – Loriot musste ab 1941 für drei Jahre an die Ostfront.

Studium und erste Cartoons

Auf anraten des Vaters studierte Loriot von 1947 bis 1949 Malerei und Grafik an der Kunstakademie in Hamburg. Ab 1950 war er als Cartoonist für die verschiedensten Magazine und Zeitungen (z.B. Stern oder Weltbild) tätig. In dieser Zeit entstanden auch seine berühmten Knollennasenmännchen, wie zum Beispiel Herr Müller-Lüdenscheidt und Herr Doktor Klöbner.

Es folgten kleine Schauspielrollen in Filmen wie „Die Brücke“ oder „Der längste Tag“. Ab 1967 moderierte er die ARD-Sendung Cartoon, in der Loriot nicht nur Moderator, sondern auch als Autor und Co-Regisseur tätig war.

Loriots Fernsehsketche mit Evelyn Hamann

In den 1970er Jahren erfand Loriot unter anderem die Figuren Wum und Wendelin, die bis in die 1990er Jahre in der Sendung „Der große Preis“ zu sehen waren. Außerdem bekam Loriot eine sechsteilige Fernsehserie – „Loriots sauberer Bildschirm“ – in der neben selbst gezeichneten Cartoons auch gespielte Sketche mit seiner Partnerin Evelyn Hamann zu sehen waren. Klassische Sketche von Loriot sind zum Beispiel: Die Nudel, Weihnachten bei Hoppenstedts, Mutters Klavier, Jodeldipolm, Herren im Bad oder Das Ei.

Ende der 1980er Jahre und Anfang der 1990er war als Regisseur, Autor und Hauptdarsteller an den Filmen Ödipussi und Pappa ante Portas tätig.

Die Zitate und Sprüche aus den Sketchen und Filmen haben einen großen Bekanntheitsgrad erlangt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • „Mein Name Lohse, ich kaufe hier ein“,
  • „Ein Klavier, ein Klavier“,
  • „Herr Müller-Lüdenscheid! Herr Dr. Klöbner! Die Ente bleibt draußen“,
  • „Krawehl, Krawehl! Taubtrüber Ginst am Musenhain. Trübtauber Hain am Musenginst. Krawehl, Krawehl!“,
  • „Früher war mehr Lametta“ oder
  • „Sie haben da was an Ihrer Nase…“

Seit 2011 gibt es  Wohlfahrtsmarken der Deutschen Post, auf denen Loriots Knollnasenmännchen abgebildet sind.Similar Posts:

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