Sacha Baron Cohen: Ali G. is in da House!

5. Nov 2012

Sacha Baron Cohen ist ein sehr gebildeter Mensch, obwohl er sich sicherlich sofort über Intellektuelle lustig machen würde (Haha, die haben keinen Sex!).  Er stellt gerne bloß, selten hat es jemand geschafft, ihn bloßzustellen.

Wenn er keine Klamotten von Ali G., Brüno, Borat oder (in Hugo Cabret) Stationsaufseher-Uniform trägt, sieht er sogar recht gut aus. Das fand auch Hollywood Star Isla Fisher, die ihn 2010 ehelichte und von ihm zwei Töchter hat.

Der wandlungsfähige Sacha Baron Cohen

Baron Cohen wurde 1971 in London geboren und genoss eine gute Schulbildung. Er studierte Geschichte in Cambridge und spielte früh in TV und Kino mit, er hat sogar eine Zeit lang gemodelt. Wie auch bei den Komikern von Little Britain und Co. hat Cohen mit einer eigenen Show im britischen Fernsehen begonnen.

Eigentlich ist sein Humor relativ einfach. Er schockiert und geht dahin, wo es wehtut. Mit ein wenig Distanz betrachtet, könnte man ihn also leicht entwaffnen. Könnte. Doch wer sich angegriffen fühlt, der hat schon verloren. Vorsichtig sollte man auch sein, falls man in der Öffentlichkeit eine andere Meinung verbreitet als in privaten Gefilden. Cohen singt gerne Lieder gegen Juden, um ein paar eher unbeliebte Meinungen aus Menschen herauszukitzeln. Das ist ihm oft gelungen und hat ihm ebenso oft danach Ärger eingebracht.

Sacha Baron Cohen als Diktator, schwuler Brüno und haariger Borat

Seine Intelligenz macht sich genau dann bemerkbar. Wenn er Wahrheiten und Ansichten aus Menschen herausquetscht, die sie sonst kaum ihrer Ehefrau anvertrauen. Er spielt damit, dass sich Menschen schnell überlegen fühlen und in Sicherheit wägen. Cohen ist irgendwie sympathisch, so absolut ungefährlich, die Statur von Goofy, die Glaubwürdigkeit von Kim Kardashian. Wie soll so einer gefährlich werden?

Selbst in den USA, die sonst bekannt dafür sind, dass jeder alles kritisieren darf, empfinden Cohen als „too much“. Während Ricky Gervais für die Bissigkeit bezahlt wird, muss Cohen bezahlen, wenn auch nicht mit Geld. Bei der Oscarverleihung trat er als Diktator auf, verstreute Asche auf dem roten Teppich und wurde eher unsanft zur Seite gebeten. Denn Cohen macht nicht nur Werbung für seinen Film, er kreidet an. Die viel zu engen Beziehungen der USA mit Diktatoren aus dem Nahen Osten, der Scheinheiligkeit und des schwarz-weiß Denkens. Monty Pythons Blasphemy wirkt dagegen wie Kinderkram.

Cohen trägt neongrüne Badehosen und Brusthaar

Seine Intelligenz ist sexy, seine Witze geschmacklos und gut, er selbst bleibt im Gedächtnis. Er spielt mit Klischees, entlarvt das menschliche Wesen und weist auf Mißstände. Er reicht immer nur den kleinen Finger, er selbst stellt nicht bloß, das wäre zu einfach. Cohen lässt die Leute sich selbst bloßstellen und deshalb ist er so gefürchtet und so erfolgreich.Similar Posts:

    None Found