Seth Macfarlane: Ein Family Guy, aber kein American Dad

15. Okt 2012

Seth Macfarlane hat so viele Talente, dass er einfach berühmt werden musste. Wahrscheinlich hätte er sich in einen Karton einschließen müssen und nur durch eine Luke Nahrung zuliefern lassen, um nicht entdeckt zu werden. Der Macher von Family Guy, American Dad und dem Film Ted (mit Mark Wahlberg) wird auch die 83. Oscarverleihung moderieren.

Und darauf darf man sich besonders freuen. Denn Macfarlane ist politisch nicht korrekt und – für viele Amerikaner ein Schock – ein „Gay Rights Activist“. Schlimmer als nicht „pc“ und pro schwul ist für die Republikaner wahrscheinlich nur noch ein Kommunistennazi.

Seth Macfarlane singt, animiert, schreibt und schauspielert

Nicht genug, dass Macfarlane singt, schreibt, schauspielert und Filme macht, er sieht auch noch gut aus. Ein sympathisches Gutaussehen, kein aalglatter Baywatch Look, mit einem herzlichen Lachen. Ein Typ, den man einfach mögen muss. Mit zwei Jahren begann er, Comics nachzuzeichnen, die er mochte, zum beispiel die Feuersteins. Mit fünf wusste er bereits, dass er etwas mit Animation machen möchte, mit neun publizierte er den ersten Comic in der lokalen Zeitung und schaffte es bereits damals, einen kleinen Skandal anzuzetteln, da er einen kleinen Jungen bei der Kommunion zeigte, der auf dem Altar knieend fragt ob er Pommes dazu kriegt. Der örtliche Priester schrieb einen Beschwerdebrief und war damit der erste in einer langen Reihe von Beschwerden, die Macfarlane für seine Werke neben Tonnen von Lob einheimsen würde.

Von Hanna-Barbara zu Family Guy

1973 in Kent, Connecticut geboren und auch dort aufgewachsen, studierte er Film, video und Animation an der Rhode Island School of Design und schloß mit einem Bachelor ab, um dann beim Hanna-Barbara Studio anzufangen. Er wurde eingestellt, weil er ein außerordentliches Schreibtalent besaß und nicht vorrangig wegen seiner Fähigkeiten des Animierens. Dort sprang er zwischen vier Serien hin- und her, schrieb und war für das Story Board zuständig. Er traf wichtige Leute, mit denen er Family Guy realisierte und arbeitete als Freelancer für Disney. Nach ein paar Jahren war es dann so weit, er entwarf eine „Rough Copy“ von Family Guy, diese wurde erfolgreich gesendet und von Fox Mitarbeitern gesehen. Danach ging es steil bergauf. Mit 24 war er der jüngste TV „Executive Producer“. Eine Karriere, die in Deutschland zur jetzigen Zeit unmöglich ist, leider. Kurze Zeit später war er der höchstbezahlte TV Autor.

Dem Tod von der Schippe gesprungen

Was gibt es noch zu sagen? Er spricht viele Charaktere, spielt Klavier, und das richtig gut, er singt und hat einen Plattenvertrag, er engagiert sich für Schwule (und ist hetero), ist Obama Unterstützer und wohl seinem  Charakter Brian von Family Guy sehr ähnlich. Und am 11. September war er zu spät für den Flug 11 von LA nach Boston, Hangover und falsche Zeit ließen das Flugzeug ohne ihn starten. Es war eines der Maschinen, die in die Twin Towers flog. Er nimmt das gelassen und verbucht es unter der gleichen Erfahrung, fast überfahren zu werden. Glück gehabt, wieder nach vorne gucken.

Ob neue Serien, neue Filme, neue Musik – Was dieser Mann fabriziert, sollte man sich reinziehen.Similar Posts:

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